G.U.N. on O CANGAÇO DO SANTO FILE

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G.U.N. on O CANGAÇO DO SANTO FILE

Wofür steht G. U.N.? Es ist ein Kürzel für Global United Network. Das bedeutet natürlich rein gar nichts. Das ist ein in den CORPORATE Medien weit verbreiteter Trick. Es gibt massenweise Worte und Ausdrücke wie „teleworking“, „information society“ oder „transculturally“. Das ist nichts als Hirnwichserei 1 nichts als ein Dildo-Meme 2; völlig hohle Begriffe, ohne jeden Zusammenhang. Wir haben einen semantischen Zusammenhang/Kontext konstruiert, der diese Memes bedeutungsvoll erscheinen lässt. Jedes Wort in diesem semantischen Netzwerk ist mit einer Webseite verbunden. Jede Webseite verwendet drei verschiedene vermittelnde Ausdrucksformen (ein Geräusch, ein Bild und eine revolutionäre Parole), die Emotionen und Informationen vorgaukeln, um in den Nutzern bedeutungsvolle Memes hervor zu bringen.

Auf Grund der digitalen Revolution kann jeder sich als Künstler fühlen, in dem Sinne, dass ein Künstler Zugang zu technischen Ressourcen hat, sich auszudrücken weiß und Emotionen bei anderen hervor rufen kann. Was ist also das Hauptmerkmal von „Tele-Künstlern“? Ein kritischer Umgang mit der multimedialen Technik, um das Gute hervorzuheben und die Nachteile und Schattenseiten zu beleuchten. Wenn Kunst ein Bedürfnis ist, dann haben wir einen Drang dazu, uns auszudrücken und multimedial laut zu sagen, wie wir uns fühlen. Wenn das Internet unsere Agora ist, dann wollen wir unsere Freiheit, uns auszudrücken, an niemand anderen delegieren.

Es ist „hip“, wenn auf diesen internationalen Festivals Preise verliehen werden, an diejenigen mit aufgemotzter „trendy“ Technologie. Große Firmen gefallen sich als Sponsoren von Multimedia Installationen mit der allerneuesten Technologie.

So weit, so gut – aber ist dies wirklich der einzige – oder auch nur der wichtigste – Weg zur digitalen Kunst? Unsere Antwort ist ein radikales NEIN und deshalb verwenden wir low-tech. Kunst dient immer dazu, sich auszudrücken, – unsere Gefühle, Wünsche und Überzeugungen. Eine Bleistift-Zeichnung auf Papier von einem fröhlichen Gesicht kann so viel mehr bedeuten als 100 Millionen farbige Animationen mit Super-Ultra-Mega Surrounding System Sound. Darüber hinaus ist Low-Tech billig, High-Tech ist teuer. Sollten alle sich in Tele-Künstler verwandeln, dann ist es wohl um so besser, je billiger und einfacher in der Handhabung die Technologie ist. Wir wollen totale Kontrolle. Wir wollen Programmierer sein, Designer, Kreativteams, Verteiler und was sonst noch alles so von Nöten ist. Das ist ein weiterer Grund, Low-Tech den Vorzug zu geben: Je „lower“, also simpler die Technologie, desto einfacher ist es, sie zu kontrollieren.

G. U. N. ist ein von O Cangaco do Santo File, einer Medien-Guerilla mit einer meme-genetischen Vision des Lebens, entwickeltes Projekt.

 

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