Fragmentierte Architektur

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Werkleitz Festival 2009 .move – new european media art
Fragmentierte Architektur
10. 10. 2009
DE 2009

Fragmentierte Architektur

Video- und Sound Performance / Installation
Ursula Scherrer (US / CH) – Video
Ludger Hennig (DE) – Software-Instrumente
Markus Markowski (DE) – Präparierte Gitarre + Live-Elektronik

Transparente Stoffbahnen hängen im Raum und bilden zahlreiche Projektionsflächen. Mit vier Videoprojektoren werden live gemischte, abstrakte Videos auf und durch die transparente Architektur projiziert, wobei die Bilder durch den Stoff hindurch wie ein Echo auf die nächste Fläche leuchten. Der Raum ist eingetaucht in eine komplexe, vielschichtige Klangatmosphäre, die sich asymmetrisch durch den Raum bewegt. Die Klänge wenden sich den Projektionen hin, kreuzen sie und verschwinden wieder in die Dunkelheit des Raumes. Die Konturen des dunkel angestrichenen Aufführungsortes lösen sich auf, werden immer wieder neu definiert, verändert. Licht-Architektur trifft auf Klang-Architektur – es entsteht ein in sich bewegender Raum im Raum durch vielschichtige Perzeptionsderivate. Die visuelle Stimme entsteht mit Hilfe eines analogen Videomixers. Qualität und Rauschen dieses anachronistischen Werkzeugs sind Protagonisten inmitten der sich stetig neu zusammensetzenden Bilder.

Scherrer ist einerseits vom Linearen in der Architektur sowie dem Organischen in der Natur fasziniert. Die Bilder werden in und um den Raum selbst gesammelt und in den Raum zurückprojiziert. Die Klangprojektionen werden durch acht akusmatisch (räumlich) angeordnete Lautsprecher realisiert. Hennig und Markowski sind durch ein Signal-Netzwerk verbunden. Die Klänge der beiden Musiker sind in musikalischem Ausdruck und Geste miteinander verschränkt.

Ursula Scherrer kreiert mit den Musikern Ludger Hennig und Markus Markowski ein Projektionslabyrinth, in welchem sich Zuschauer und Künstler gleichermaßen bewegen, verweilen und verlieren. Wo Bild und Ton ineinanderfließen, sich verschränken, inspiriert durch die gegenwärtige Arbeit des jeweilig anderen. Alle drei Künstler befinden sich inmitten dieses Gebildes, werden selbst Teil ihrer selbst geschaffenen Umgebung. Die Zuschauer sind aufgefordert zu sitzen, zu liegen oder sich während der Performance frei durch diese zu bewegen.

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