Found Portrait

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6. Werkleitz Biennale Common Property / Allgemeingut
Found Portrait
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Florian Zeyfangs Arbeit „Found Portrait“ besteht aus 92 ausschnitthaften Reproduktionen von Diego Riveras Wandarbeit „Portrait of America“, die wie ein bruchstückhaftes Panorama entsprechend der originalen Position von Riveras Bildtafeln gehängt werden. Riveras marxistisches Bild der Geschichte Amerikas entstand 1933, kurz nach der Übermalung des berühmten Wandbildes im Rockefeller Building, für die New Workers School in New York, welche vom Leiter der kommunistischen Partei, Jay Lovestone, gegründet worden war.

Zeyfangs Bearbeitung dieses Wandbildes ist zum einen eine Rekonstruktion des historischen Materials, da die Originaltafeln zum großen Teil zerstört sind und der Verbleib der restlichen Tafeln bis auf eine Ausnahme ungeklärt ist. Diese ist als farbige Reproduktion in das Panoramabild eingefügt. Zum anderen rückt Zeyfangs Rekonstruktion statt der großen Beziehungen zwischen den Figuren, die Riveras Bild strukturierten, eher einzelne Situationen ins Bild. So fällt beispielsweise auf, welche Rolle das Fließband im industriellen Aufbruch Amerikas während der 1930er Jahre als Bebilderung für eine marxistische Geschichtswahrnehmung einnahm. Riveras Bild zeigte Arbeiterinnen als typisierte und serialisierte Scherenschnitte vor Maschinen. Arbeitermassen waren wie Kopfsteinpflaster ornamentiert. In Zeyfangs Bearbeitung tritt die geschichtliche Logik Riveras ein wenig in den Hintergrund, stattdessen werden die historischen Akteure in der Art und Weise ihrer Darstellung sichtbar, aus der sich Geschichte konstruieren und vermitteln soll.

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