Fluidum 3

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3. Werkleitz Biennale 1998 sub fiction

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D 1998
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Fluidum 3: Zu einer 5-fach verlangsamten Nachrichtenstimme werden Lebensmittel und Gegenstände in Zeitlupe zweckentfremdet. Die Aktionsreihe findet an verschiedenen Orten statt.

„Das Leise eines ungebackenen Brötchens wird in aller Langsamkeit genauso untersucht wie die Mechanik der Wurstkette.“
I. K.

- Langsam steht es gut.
Slow-life Performance, 18 min, Gaststätte Zur Post, Tornitz

- Anbiederung des Großstädters an die ländliche Idylle
Slow-life Performance, 18 min, Scheune im Heimatverein, Tornitz

- Leiser Käse.
Slow-life Performance, 21 min, Windfang der Kegelbahn, Werkleitz

Diese Performance haben die beiden Künstler dreimal und jedesmal an einem anderen Ort gezeigt. Das erste Mal zwischen den Stuhlreihen vor dem Beginn eines Vortrags in dem Festsaal zur Post, das zweite Mal auf den Treppenstufen, die in einen Heuboden führten und die letzte an einem Tisch im Vorraum der Kegelbahn in Werkleitz.

Ausgangssituation 3
Zwischen den beiden Performern stand ein Tisch, standen und lagen Brötchen, Harzer Roller, Camembert-Käse, Wasser und Gläser, Mettwürste, Wurstscheiben, Obst und Gemüse, eben alles, was man nun zu einer gerade nicht kärglichen Brotzeit benötigt, naturgemäß auch ein Radiogerät. Die Performer begannen mit dem Abspielen eines Tapes im Ghettoblaster, der Sound kam verzerrt, das Abspielen war extrem schnell oder extrem verlangsamt wieder aufgenommen worden. I. Keiner und S. Berchtold begannen in slow motion die Brotzeit zu sich zu nehmen. Daß dabei auch die Butter in das Ohr des einen gestrichen wurde oder der andere mit Harzer Roller gefüttert wurde und dabei lange Zähne bekam, gab dem Spiel sehr humorvolle Schichten. Das Abschneiden einer Mettwurst von einer Reihe Würste führte die beiden Performer in völlig absurde Bewegungsabläufe und unter den Tisch. Gibt es nicht den Begriff des Sketches? Diese Performance hatte Elemente des „slaps“, des „entertainment“, berührte Strukturen des Theaters. Spannend, daß in der kontrollierten, verlangsamten Bewegung, wenn sie im Fluß gehalten wird, völlig anders gestaltete Handlungen auftreten. Wo verschwinden die alle, wenn man im geregelten Bewegungsfluß ist?

Stefan Berchtold & Ingolf Keiner (D), Fluidum 3, Performance, 1998

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