Fernsehkunstkanal

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2. Werkleitz Biennale 1996 Cluster Images
Fernsehkunstkanal
AT 1996

Man muss sich fragen, warum sich Medienkuenstler in fast allen Staaten Europas so lange dem Fernsehen enthalten haben. Noch vor der Jahrtausendwende werden fuer den Fernsehzuschauer bis zu 10.000 Fernsehkanaele verfuegbar sein. Die digitale Fernseh-Fiktion wird Wirklichkeit. In dieser Mediengalaxie sendet XX kunstkabel sein Programm.
Die Bezeichnung VIDEOKUNST oder KUNST IM FERNSEHEN umfassen nicht vollstaendig das Konzept von XX kunstkabel.
XX ist kein kulturelles Unterhaltungsprogramm oder gar ein Infokanal, sondern eine Plattform und Produktionsstaette fuer innovative Kunst in eine neue Tele-Aesthetik. XX ist expansiv. Die Zusammenarbeit mit Fernsehstationen internationaler Reichweite wird angestrebt.
XX kunstkabel ist ein unabhaengiges oesterreichisches Kunstprojekt, jedoch soll es europaweit gesendet und europaweit produziert werden.
Zusammen mit X of ART.s/Koeln = XX kunstkanal arbeitet XX kunstkabel nach einem gemeinsam ausgearbeiteten Strukturkonzept. XX kunstkabel sendet derzeit lokal einmal pro Monat, begonnen wurde am 22. Jaenner 1996, eine ca. 20-45 minuetige Fernsehsendung im Weststeirischen Kabelkanal. XX kunstkanal machte im November 1995 fuenf Tage lang waehrend der Koelner „ART COLOGNE“ im WDR Kunstfernsehen.
Mit dieser Kooperation soll der Versuch unternommen werden, Regionalspezifischem einen Platz einzuraeumen und gleichzeitig ein gemeinsames Struktur-Konzept mit corporate identity aufrechtzuerhalten. Dem Prinzip des Franchising-Modelles folgend sollen Konzept und Layout definiert werden. Unter diesen Vorgaben soll ein Fernsehmodell etabliert werden, das es einerseits ermoeglichen soll, in der Art einer AUSWAHLBIBLIOTHEK problemlos Zugriff zu gesendetem Material zu haben, andererseits spezifisch regional bezogene Beitraege in der jeweiligen Region zu senden und bewusst auszutauschen - REGIONALISIERUNG VERSUS INTERNATIONALES METROPOLENFERNSEHEN.
XX kunstkabel versteht sich als „privates und unabhaengiges Kunstfernsehen“, als andere Fernsehwirklichkeit. XX kunstkabel sieht die entstehenden und schon entstandenen Sendebaender als WORK-IN-PROGRESS, denn nur so kann ein Programm- und Sendeschema entstehen, das sich inhaltlich wie formal deutlich von den herrschenden medialen Strukturmustern unterscheidet.
XX kunstkabel definiert sich als CHRONIST, der, gefiltert durch Kunst, Ereignisse zeigt, aber auch schafft und so wieder Kunst produziert.
XX kunstkabel hat zusaetzlich zur Ebene des EREIGNISHAFTEN auch eine Ebene der NACHLESE und der AUSWAHLBIBLIOTHEK. In deutlicher Abgrenzung zu gaengigen Kulturjournalen wollen wir im Sinne eines multimedial erweiterten Kunstbegriffs SENDEN, was eine verstaerkte Einbeziehung kulturell-philosophischer Spannungsboegen bedeutet. Parallel angeordnet entsteht ein kontroversieller Diskurs heterogener Elemente, genre-uebergreifend zum Schauen und zum Denken.
XX kunstkabel ist ein OBSERVATORIUM UND FORSCHUNGSLABOR, das einerseits empfaengt, andererseits „on air“ sendet. Im LABOR wird das Phaenomen der Medien, der Medienkultur, des Fernsehens und der Stellenwert der Kunst in diesem Gefuege untersucht. Es gilt die Verfahren der Kodifikation von Botschaften, nicht nur den Inhalt der Botschaften, die Bedingungen, sowie der Kultur, und nicht nur die Kultur selbst zu erforschen. XX kunstkabel ist ein interdisziplinaeres Projekt, das KUNST IM KONTEXT der Gesellschaft betrachten will. Essayistische Beitraege in Verbindung zu gesellschaftlichen Prozessen sind auch als kontroverser Diskurs heterogener Elemente zu verstehen. Die Berichterstattung von XX kunstkabel laesst sich nicht trennen von Philosophie, Wissenschaft, Fiktion, Erotik, Design und Medienkunst.
XX kunstkabel hat einen ueberregionalen inhaltlichen Bezug, einerseits durch die Beteiligung international taetiger Kuenstler, andererseits durch die Moeglichkeit, Kunst einem Massenpublikum naeherbringen zu koennen. ES IST DEMNACH EINE EINMALIGE CHANCE, MENSCHLICHE KOMMUNIKATION MITTELS KUNST ALS METHODE ZU UNTERSUCHEN UND UEBER EIN MASSENMEDIUM AN DIE MASSE ZU UEBERMITTELN.
XX kunstkabel und seine Taetigkeit der Kunstproduktion und Kunstvermittlung koennte man als Kontexterweiterung von Kunst bezeichnen: „Jeder Kontext (Umgebung) ist wiederum Text fuer einen anderen Kontext, der allerdings umfassender ist.“
(Peter Weibel, Kritik der Kunst - Kunst der Kritik, Jugend und Volk, Wien 1973)
Produzenten:
cijepa (Eva Kleinsasser, Markus Haslinger), Erwin Talker, X of ART.s/Koeln
(Karen Oldenburg, Nicolas Eder)
Info: XX kunstkabel. cijepa. Tel. 03142-26585 Fax. 03142-26787 handy 0663-9235583 A- 8570 Voitberg, Schillerstr.1
Die bereits gesendeten Baender:
1. Sendung: Interview mit oesterreichischen Kunst- und Kulturschaffenden
2. Sendung: LA PALOMA, 3. Sendung: R. A. Y.
4. Sendung: T. R. A. N. S.
5. Sendung: V. I. C. T. O. R. S. S. N.
6. Sendung: A. E.R.,7. Sendung: M. A. P. P. A. M. U. N. D. I.

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