Fabrizierte Natur

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6. Werkleitz Biennale Common Property / Allgemeingut
Filmprogramm
Fabrizierte Natur
2. 9. 2004

kuratiert von:

1972 erschien der erste Bericht des Club of Rome unter dem Titel ‚Grenzen des Wachstums‘. Der Bericht stellte die Entdeckung der Endlichkeit der Welt dar, nicht im theologischen oder militärischen, sondern im ökologischen Sinne. Die irreversible Bedrohung der natürlichen wie menschlichen Lebensgrundlagen wurde auf den unkontrollierbar gewordenen industriellen Fortschritt zurückgeführt. In der Vergangenheit manifestierte sich dieser Konflikt zwischen (multi)nationalen und lokalen Interessen besonders im Zusammenhang mit Großprojekten der Energie- und Rohstoffgewinnung: gegen die Proteste der Bevölkerung errichtete Atomkraftwerke, sich ins Land fressende Tagebaugruben, riesige Staudammprojekte, die die Zwangsumsiedlung ganzer Täler zur Folge hatten. Die langfristigen Schäden stehen oft in keinem Verhältnis zum wirtschaftlichen und politischen Nutzen der Projekte; die Geschichte des Aralsees ist hier eines der bekanntesten Beispiele. Heute richtet sich die Kritik zunehmend gegen gentechnische Eingriffe in ökologische Kreisläufe und die Patentierung der pflanzlichen Artenvielfalt, die eine neue Dimension von Abhängigkeiten und Entrechtung transportieren.

Die künstlerischen und dokumentarischen Filme in diesem Programm fügen dem Diskurs um die Regulierung von Lebensgrundlagen eine sowohl historische als auch visonäre Perspektive hinzu: von Len Lyes für Shell produzierten Animationsfilm ‚The Birth of the Robot‘ (1935) bis zu Steve Mathesons Video ‚Apple Grown in Wind Tunnel‘ (2001), in welchem der Künstler das dystopische Szenario einer Welt entwirft, in der kontaminierte Stoffe als Heilmittel genutzt und über alternative Netzwerke vertrieben werden. F. W.

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