Exkursion: Halle-Neustadt 40 Jahre Stadtteilgeschichte und aktuelle Initiativen

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6. Werkleitz Biennale Common Property / Allgemeingut
Exkursion: Halle-Neustadt 40 Jahre Stadtteilgeschichte und aktuelle Initiativen
4. 9. 2004

anwesend:

Jeannette Dorff (Mitwirkende(r))
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Simone Hain (RespondentIn), Simone Hain (WissenschaftlerIn)
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Kultur/Block e.V. (Kunst im Öffentlichen Raum), Kultur/Block e.V. (Künstlergruppe)
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Projekt Hotel Neustadt (Mitwirkende(r)), Projekt Hotel Neustadt (Kunst im Öffentlichen Raum)
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Margit Sachtlebe (Mitwirkende(r))

Halle-Neustadt ist – neben Eisenhüttenstadt, Hoyerswerda-Neustadt und Schwedt – eine der vier Stadtgründungen der DDR-Zeit. Unter dem Leitbild ‹Ästhetik durch Dichte› entstand hier während der 1960er Jahre eine moderne Satellitenstadt für ChemiearbeiterInnen und StudentInnen. Die von Hochhäusern akzentuierte Planstadt für 90.000 EinwohnerInnen zeichnet sich durch überdurchschnittlich gute Architektur und konzeptionelle Innovationen wie ein eigenes Bildungszentrum mit Klubmensa, ihren eigenen Kulturpark auf der Peißnitzinsel sowie diverse Experimentalbauten, u. a. für ‹variables Wohnen› im Haustyp P2.12, aus.

Anlässlich des 20. Jahrestages der Grundsteinlegung beschloss die Stadtverordnetenversammlung 1984 den Entwurf eines eigenen Stadtwappens. Der kräftige rote Hintergrund sollte auf die Verwurzelung der Stadt in den Idealen der Arbeiterbewegung hinweisen, während die aufbrechende Knospe sowohl für die Lebensqualität als auch für das zukunftweisende Konzept der Stadt steht. Der goldene Schlüssel mit Benzolring symbolisiert das Wohnen in der ChemiearbeiterInnenstadt und verdeutlicht durch den roten Stern im Schlüsselbart die enge Beziehung zwischen Halle-Neustadt und Halle.

Nach der Vereinigung wurde Halle-Neustadt 1990 per BürgerInnenentscheid mit Halle zusammengeschlossen. Gezeichnet von Leerstand und Abriss feiert Halle-Neustadt in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Im Kontext der dramatischen Schrumpfungsprozesse Ostdeutschlands nehmen zahlreichen Kulturinitiativen dies als weiteren Anlass, am Beispiel der Neustadt Zukunftsfragen zu erörtern und insbesondere den Umgang mit Bauten der Moderne zu thematisieren. Gegenwärtig ist der Bahnhof von Halle-Neustadt vom bevorstehenden Abriss bedroht.

Die Exkursion führt zu verschiedenen momentan aktiven Stadtteil-Initiativen und kulturellen Projekten, die sich in und für Halle-Neustadt und seine Bevölkerung engagieren, und vermittelt stadtbau-historisches Wissen über diese in der Tradition des Bauhauses geplante Stadt.

TeilnehmerInnen des Gesprächs sind: Bürgerladen e. V., Begegnungsstätte, Halle-Neustadt, Jeannette Dorff, Stadtteilbüro Halle-Neustadt, Begegnungsstätte ‹Dornrößchen›, Halle-Neustadt, Dr. Simone Hain, Architkekturhistorikerin, Berlin, Projekt Hotel Neustadt, Thalia Theater Halle, Kultur/Block e. V., Halle, Projekt Neustart-Xenos, Halle-Neustadt, Margit Sachtlebe, Stadtplanungsamt Halle

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