Common Property: Performance/Party/Show

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6. Werkleitz Biennale Common Property / Allgemeingut
Common Property: Performance/Party/Show
1. 9. to 5. 9. 2004

MANUEL MUERTE: Zaubershow

Im Handumdrehen versteht Mr. Manuel Muerte die Zuschauer mit seinen Tricks zu kapern. Muerte, der seit 1986 als freischaffender Zauberkünstler und Entertainer tätig ist, gehört zur Weltspitze der Magier. Neben zahlreichen internationalen Auszeichnungen wurde er 1998 in Las Vegas mit dem von Siegfried und Roy ins Leben gerufenen ‹Sarmoti Award› geehrt. Er gewann in der Sparte Comedy Magic die Zauber-Weltmeisterschaft in Yokohama (1994) und wurde im Close up-Zaubern – der Königsdisziplin der Zauberei, die auf doppelte Böden und abgedunkelte Bühnen verzichtet – Vizeweltmeister der Zauber-WM in Lissabon (2000). Muerte tritt dabei nicht nur als Solokünstler auf. Er arbeitete mit MusikerInnen, bildenden KünstlerInnen, Film- und Theaterprojekten und bestreitet die jüngste Show ‹Metaphysisches Kabinett› gemeinsam mit dem Berliner Multitalent Angie Reed und seiner Assistentin Silvana Busoni, Sängerin der ‹Mobylettes›. Ob Auftragszauberei oder eigenständige Show, Muerte verfügt über ein breites Spektrum der Zauberkunst: von der Schwebenden Jungfrau über die ironisch-nervtötende Tranquillisten-Nummer bis hin zum verschwundenen Kaninchen. Was die von Mr. Muerte konzipierten Programme vor allem auszeichnet, ist der selbstreferentielle Witz des Illusionszaubers. Für den Eröffnungsabend der 6. Werkleitz Biennale greift der Magier das Thema ‹Common Property› auf.
http://www. manuelmuerte.com

William Hunt, Werkleitz Live 2004

Die Musikindustrie ist eine der heftigsten Verfechterinnen der gezielten Kriminalisierung einer sich über das Internet entwickelnden Kultur des kostenlosen Vertriebs kultureller Güter. Dabei stellt sich die Frage, ob ein kulturelles Produkt, wie z. B. „Madonna“ von Madonna allein hätte geschaffen werden können, oder ob es nicht auch die Millionen an „Madonna“-Hörern braucht, um aus jemandem, die singt, „Madonna“ zu machen, ob also nicht gerade in der Musikindustrie (nicht in der Musik) erst eine große Menge an Menschen das Produkt gemeinsam produziert (dieses Argument stammt von Erik Stein, einem der Panelisten der Werkleitz Biennale).

William Hunt greift in seinen Performances einige dieser kollektiv produzierten Musikstücke auf, Allgemeingültigkeit heischende Lieder von Liebe, wie sie z. B. von „Atomic Kitten“ gesungen werden und stellt sie in eine weitere Figur der Musikindustrie: die des männlichen Singer-Songwriters.

Nebst der Performance wird es von William Hunt noch einige Paraphernalia des Musikbetriebs wie das Fan T-Shirt zu sehen geben, also jene Waren, mit denen solche kollektiv produzierten Figuren hergestellt werden, die aber im Fall der von William Hunt konstruierten Figur von niemandem gebraucht werden.

William Hunt, geboren 1977, arbeitet als Künstler vor allem mit den Medien Performance und Video. Er ist an kollektiven Projekten wie a-clip beteiligt und produziert Beiträge fürs unabhängige Radio. Er lebt in London.

BIGBORK & BEATNIK (2turn / Halle) feat. MC Amon (Cuba Crew / Leipzig)

Die Fusion verschiedener Spielarten der Clubmusik darf getrost als die homebase der Halleschen DJs Bigbork & Beatnik gelten. Fast fünf Jahre lang mixten beide als Residents der ‹clubzone› auf MDR Sputnik die monatliche Ration progressiver Radio-Kost. Ihre Vorliebe für außergewöhnliche Tracks prägt den unverwechselbaren Stil, der Jazz, Soul, Funk, Downtempo, Breakbeats, Drum’n’Bass und House Beats verschmilzt und zum Markenzeichen gefragter Clubabende wie etwa der ‹OPERA› avancierte. Hinzu kam in letzter Zeit verbaler Support von MC ‹No.1› Amon, der mit seinem Mic den Saal gehörig anheizt.
http://www.2turn.de

DJ GROUP.THEORY

VG WORT
z. Hd. Frau Gehrt
Goethestr. 49
D-80336 München
Betr.: Kartei-Nr. 9860701

Sehr geehrte Frau Gehrt,
Hiermit sende ich Ihnen eine ‹Einzelmeldung Wissenschaft›, verbunden mit der Bitte, diese bei den Ausschüttungen für Veröffentlichungen des Jahres 2005 zu berücksichtigen. Darüber hinaus bitte ich darum, mir erstens weitere normale Meldeformulare, zweitens die grünen Meldeformulare für die ‹Sonderverteilung Bibliothekstantieme› und drittens einen Infozettel (Melderichtlinie) bezüglich dieser Sonderverteilung zu zusenden.
Ich hoffe, dass die Angaben ausreichend sind und danke Ihnen für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichem Gruß, group.theory@gmx.de

group.theory startete als symbolpolitisches Experiment und ist heute eine Schürze für Texte, Parties, Kunstprojekte, Spiele und Unterschriften. Dies kündigte sich 1999 erstmals an in der Ausstellung „missing fields“ (Kunsthalle Fridericianum, Kassel) des ‚Museum Werdender Kunst‘.

COVER BATTLE QUIZ

Aguirre und Ersatz batteln um die abgedrehteste Coverversion auf den Turntables. Und jede/r hat die Chance, das Repertoire der Nacht zu gewinnen. Wer kennt die Originalversion? Sind alle Tipps richtig, winkt die frisch gebrannte CD zum Mitnehmen.

DJ ERSATZ

DJ Ersatz legte erstmals in einem Wandschrank auf und traf dort einen Kompagnon, woraus in den folgenden Jahren die Kooperation ‹trax tv.› entstand, die durch Äther, verschiedene Surestreams und Semiclubs tourte, auf halbem Weg dem Viertelruhm abhanden kam und fortan nur noch vereinzelt und unter Ersatznamen anzutreffen ist. Heute, wie einst, scheint etwas House dem frühen Morgen sehr angemessen.

CHAISELONGUE

Das schönste im Leben sind die Pausen, zum ersten Mal war das in der Schule so und später – komm mit in die Gegenwart, bitte. Aus dem Wunsch, im kulturellen Nachtleben das Eigene zu finden, entstand der Club Chaiselongue als Ort der Möglichkeiten. Und so eine temporäre Zone, die sich nährt aus dem Spiel mit Wahrnehmung und dem Bedürfnis der Beteiligten, sich darauf einzulassen. Installationen mit mehr oder weniger Technik im Zusammenspiel mit Bass und Licht und einem ausgesuchten Programm im 14-tägigen Rhythmus. So wirkt oder funktioniert der Ort – und das echt, in dem Versuch zu verbinden, was das Definieren von Ausstellung und Party so nach sich zieht. Das ist Clubkultur. Während der Festivaltage bespielt die ‹Common Chaiselongue› eine Bar und einen Club im ersten Obergeschoss des Volksparks. DJs des Chaiselongue-Programms sind u. a.: construct, tadpole, zapotek, discounke
http://www. chaise.de

MARLOW FEAT. KAROLINERBEL

Vor kurzem hat der Leipziger DJ und Produzent Marlow ein neues Projekt ins Leben gerufen. Das Konzept ist einfach: ein Sampler, zwei Plattenspieler, ein Mischpult, Effekte, ein Schlagzeug, Percussions und Gesang. Die Auftritte mit Karoline Körbel (dr / perc) und Claudia Nehls (voc) sind eine Mischung aus DJ-Set, eigenen Produktionen und Improvisationen. In Halle wird es in kleinerer Besetzung (DJ / Percussions) einen Abend mit elektronischer Musik irgendwo zwischen Jazz, House und Funk geben. DJ seit 1994, verschiedene stilrichtungen von elektronischem sound, von jazz über house bis groovy techno-house; house, deep house, minimal electronic und tech-house.
http://www. moonharbour.de

DJ SHAPEMOD

Shapemod, bekannt als Teil der Berliner Formation Terranova, ist als DJ aus dem Berliner Nachtleben nicht mehr wegzudenken. Die Sets des Bootleggers und Bastardpopfreundes erster Stunde sind mittlerweile legendär, Aufzeichnungen seiner ‹Urban Brew Radiosessions› brechen auf der Radiowebseite alle Downloadrekorde. Beschreiben lässt sich der Style des international agierenden DJs schwer, am ehesten noch mit Elektro-Freestyle-Punk. Eins steht aber fest: Shapemod rockt – überall! Ch-Check it out!

DJ SHIR KHAN

Shir Khan ist ständig auf der Suche nach Genre-verschmelzen-den Sounds. Er spielt mit musikalischen Klischees, um diese gegeneinander aufzuwälzen. ‹Feinfühliger Kitsch› ist das: hier ein Punk-Song von den ‹Stooges›, der in einen Miami-Bass-Track von ‹Dj Assault› übergeht, gekreuzt mit Harry Belafontes ‹Banana Boat›, der jetzt nach ‹Missy Elliot› klingt. Gerade hat Shir Khan seine Mix-CD ‹Copyright Candies› – eine ‹Best of Bastard Pop› – veröffentlicht. Seine Bootlegs, in denen er ‹Peaches› mit den ‹Rolling Stones› vermischt, erfreuen sich großer Beliebtheit auf der ganzen Welt. „Die besten Bootlegs sind wie Autounfälle – meist abscheulich, aber auch von einer seltsamen Faszination.“
http://www.dj-shirkhan.de

DJ SLENDER WHITEMAN

Ein Herz, ein Bass, 12 Volt! Slender Whiteman reist mit einem tragbaren Microdub-Soundsystem: Laptop, Keybord, Midi Controller, Verstärker, Lautsprecher, Batterie und Solarzellen. Das Soundsystem ist eine Spezialanfertigung, das keine andere Energie als Sonne und Jah braucht. «Ein wichtiger Teil des Projekts war der Versuch, Musik, die von kommerziellen Medien nicht gespielt wird, in öffentliche Räume zu tragen. Ich denke, die Mainstreammedien unterschätzen völlig den Musikgeschmack der Leute. Insofern finde ich es auch bedauerlich, dass selbst die meisten (professionellen) Straßenmusiker nur Beatles und Oasis spielen. Ich führe meine eigenen Tracks auf, die von vielen Richtungen wie Dub, Glitch, Electro, Punkrock, Bastard Pop inspiriert sind und ich lege auch Musik von Leuten auf, die für mich totale Popstars sind (das ist als Kompliment gemeint) wie Pole, Hey O Hanson, Schlammpeitziger, Toots and the Maytaly, Farben und Akufen… Am 12.10.1970 in Bad Soden geboren. 1993-1997 Studium der Fine Art Photography an der Glasgow School of Art. 2000-2001 Medienkunst Studium an der HfG Karlsruhe. Seit 2004 Kunst und Philosophy Lehrer an der Duncan of Jordanstone University Dundee. 2004 Teilnahme an der 50. Venedig Bienale (Scotland Pavillion). Lebt und arbeitet in Glasgow/Schottland.

DJane IN LN kommt aus dem Umfeld rund um das Elektro Music Department, legt zwischen klassischem und Straßentechno auf und fährt mit den geknackten Fahrrädern der Deutschen Bahn durch Berlin. Nicht alles, was sie auflegt ist frei, aber, wie sie meint, hört die Freiheit bei der GEMA noch nicht auf. Weitere Stichworte: Gigolo Records, disko b und Ultraschall.

DJ AGUIRRE

DJ Aguirre kann sich wohl mit Recht als ‹Haus und Hof›-DJ der Werkleitz Gesellschaft bezeichnen. Stilistisch wird sich das Programm der Farewell-Party an der Culture Copy-Sektion der Biennale orientieren. Man darf also mit viel World-Beat und Grooves rechnen, Coverversionen bekannter Pop-Songs aus bengalischen Masala-Küchen, afrikanische Rhythmen vs. Electonic Klezmer, französische Chansons und argentinischer Tango remixed. Peter Zorn, geboren 1967 in Traunstein, 1990 - 95 Studium der Freien Kunst in der Filmklasse der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bei Prof. Birgit Hein. Mitbegründer und seitdem Vorstandsvorsitzender der Werkleitz Gesellschaft, im Leitungsgremium der 1. bis 4. Werkleitz Biennale, im Kuratorium der 6. Werkleitz Biennale, seit 1995 Koordinator des European Media Artists in Residence Exchange (EMARE) Programmes, lebt und arbeitet als freischaffender Filmemacher, Kurator und Medienwissenschaftler in Werkleitz und Halle.

 

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