Doppelgänger

Werkleitz Festival 2014
Doppelgänger
25. 4. bis 4. 5. 2014
Dog Duet, William Wegman (1974)
© William Wegman

Film ist ein ideales Medium, um das Motiv des Doppelgängers zu visualisieren. Jede Figur, die sich im dunklen Kinoraum auf der Leinwand tummelt, wirkt so lebendig, als sei sie nicht Abbild, sondern leibhaftiger Wiedergänger des Originals. Schon früh entdeckten Filmemacher, dass man die täuschend echten Figuren mittels Doppelbelichtung duplizieren kann, so dass sich der filmische Raum bis in den letzten Winkel mit scheinbar identischen Gestalten füllen lässt.

In den mehr als 40 Filmen des Festivals begegnen den Zuschauern Doubles, Klone und Roboter, Spiegel-, Zerr- und Vexierbilder aller Art. Die Filme fragen nach dem Unterschied von Original und Kopie, verhandeln die politische Dimension der Austauschbarkeit beider und ergründen, wie Doppelgänger in einer Welt, in der Kopien allgegenwärtiger sind als Originale, zu Projektionsflächen und Orientierungspunkten werden. So unterschiedlich die Doppelgänger, so vielfältig sind ihre filmischen Verkörperungen: Die Frage, wo das Ich aufhört und das Du beginnt, wird in Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilmen genauso verhandelt wie in Animationen, Videokunst und Musikvideos.

Dabei treffen einfache Spiegeltricks auf komplexe digitale Animationen. Oft erscheinen die Künstler selbst in ihren Filmen und konfrontieren die Abbilder ihres Ichs mit der äußeren oder der inneren Welt, mal als beschwingter Slapstick, mal als verstörende Vision.

Die acht Filmprogramme wurden von Marcel Schwierin (Berlin) und Luc-Carolin Ziemann (Leipzig) kuratiert.

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