Death can dance II

Root Event

7. Werkleitz Biennale 2006 Happy Believers
Filmprogramm
Death can dance II
8. 9. 2006

Death Can Dance II öffnet sich anderen rituellen Empfindungen und Umgebungen, die an der Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion reflektiert und gefilmt werden. Das Programm beginnt mit dem theatralischen Vajtojca des albanischen Künstlers Adrian Paci, der seinen eigenen Tod inszeniert, von dem er schließlich aufsteht und weggeht. Paci wurde hier vom italienischen Filmemacher Pasolini und seinem Begriff der „Poetik des Realen“ inspiriert, wo die Doppelartikulation der Wirklichkeit in der Filmkulisse in der Filmsprache reflektiert wird.
Danach wird Pasolini’s La Ricotta gezeigt, in dem die Passion Christi, die Kreuzigung, als eine Filmproduktion (Film im Film) inszeniert und zu einem erzählerischen Bild des sozialen, katholischen Konservatismus im Italien der späten 1960er Jahre gewendet wird. Einmal wird der Regisseur der ‚Passion Christi‘, Orson Welles als Pasolini, von einem Journalisten gefragt: „Was denken Sie über den Tod?“ Er antwortet: „Als Kommunist beschäftige ich mich mit diesem Phänomen nicht.“
Als ein kurzer Exkurs über geistlichen Verlust und Sehnsucht im Jahre 2006 zeigen wir Muttnik von der in Neuseeland lebenden Künstlerin Sriwhana Spong, deren Vater aus Bali stammt. Spong nimmt uns mit auf ihre filmische Erkundung ihrer eigenen Neugestaltung von balinesischen Hindu-Altären, die eine geistliche Niederlage durchgemacht haben und nur als vorübergehendes und einmaliges Ereignis im Garten ihrer Eltern stehen, gefilmt als Kindheitserinnerung.
Mit Les maîtres fous landen wir schließlich in Ghana während der jährlichen Hauptzeremonien für die Hauka, die Geister der Macht, in Accra. Das koloniale Thema erscheint im Film des französischen Filmemachers Jean Rouch, in dem die in Trance befindlichen Anhänger der Hauka den Einfluss der Briten de-artikulieren, indem sie sich von verschiedenen kolonialen Figuren ‚besessen‘ zeigen. Les maîtres fous, gefilmt von Rouch, sind ein starkes Bild des kollektiven Hervorholens des Bösen in einem modernen Ghana, und vielleicht eine Form der Mystifizierung.

(Einführung von Solvej Helweg Ovesen & Melvin Moti)

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