Das Gedächtnis der Frau in Weiß

Root Event

2. Werkleitz Biennale 1996 Cluster Images
Das Gedächtnis der Frau in Weiß
DE 1995

„Das Gedächtnis der Frau in Weiß“ ist eine interaktive Bild- und Textdatenbank im Internet gezeigt als Installation, bestehend aus einer Videotrailer-Show in einem Vorraum und einem eigenständigen Nutzer-Terminal dahinter.

Es geht um eine Chimäre von wechselnder Identität, doch mit einigen gleichbleibenden Zügen: Sie trägt immer Weiß; und sie ist fast immer ein Opfer. Da sie außerdem unter totalem Gedächtnisverlust leidet, geht es in diesem Abenteuer darum, ihre verlorene Identität aus den Spuren zusammenzusetzen, die sich sowohl in ihrem Hotelzimmer als auch in der angeschlossenen Datenbank befinden.

Durch vergleichende Paranoiaforschung nach dem Prinzip der Mustererkennung werden nach und nach die verborgenen Zusammenhänge deutlich, die solch scheinbar unverknüpfte Ereignisse und Problemkreise verbinden, wie zum Beispiel das Attentat auf Oskar Lafontaine, das Rätsel um den Tod von Uwe Barschel, der Mord an Kaiserin Sissi im gleichen Genfer Hotel und das weitläufige Netz der unterirdischen Gänge, die vom Rostocker Stasi-Hotel Neptun bis zu den Fleisch- und Hormon-Fabriken eines ehemaligen Strauß-Freundes in Bayern reichen.

Den verlorenen Erinnerungen der Frau in Weiß kann im Internet sowohl in der Form eines Multiple-Choice durchklickbaren Fotoromans assoziativ, als auch in einer Datenbank von Zeitungs- und Filmausschnitten systematisch nachgegangen werden.

Autor des Textes

Martin Conrath

Video-Internet-Installation

Explore