Dancing with Myself

Root Event

Werkleitz Festival 2014 Doppelgänger
Gäste: Ute Hörner & Mathias Antlfinger
Dancing with Myself
3. 5. 2014

kuratiert von:

Cyriak, We Got More (Eskmo), 2011

Billy Idols rotzige Hymne Dancing with Myself gibt diesem Programm Titel und Takt. Den Einstieg bietet die Geschichte eines Mannes, der in einem Copy Shop arbeitet und sich so lange selbst vervielfältigt, bis die ganze Welt nur noch aus ihm besteht. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch Cyriaks explosionsartige visuelle Vervielfachung der Realität im Video zu We got more. Michel Gondry hat für Björks Song Bachelorette ihren eigenen Aufstieg zum Superstar re-inszeniert und dabei schon früh ihren später real erfolgten Ausstieg aus der Pop-Welt vorausgenommen. Mathilde ter Heijne rechnet filmisch mit dem Ideal der weiblichen Selbstaufopferung ab. Dabei stößt sie die lebensgroße Kopie ihrer selbst – stellvertretend für alle tragischen Filmheldinnen – von einer Brücke. Solche Gefühlsausbrüche sind Le nouveau OMIZA fremd, obwohl der Roboter für den Einsatz in menschlicher Umgebung entwickelt wurde und auf äußerst elegante Weise junge Japanerinnen spazieren führen kann. Auch die Filmpionierin Maya Deren  kämpft mit  ihren widerstreitenden Gefühlen, denen sie im Avantgarde-Klassiker Meshes of the Afternoon durch den geschickten Einsatz von Doppelprojektionen Ausdruck verleiht. Garth Jennings verstrickt den Sänger Thom Yorke in einen symbiotischen Tanz mit seinem weiblichen Alter Ego, und Kylie Minogue wird – abermals von Michel Gondry – so lange multipliziert, bis kaum noch Platz zur Bewegung bleibt – was sie nicht daran hindert, sich trotzdem auf wundersam anmutige Weise durch das Gewimmel treiben zu lassen. Mit seinem Audition Tape empfiehlt sich Benny Nemerofsky Ramsay als ideales Mitglied der russischen Girlie-Band TATU und hofft auf gemeinsamen Weltruhm. Um solche Kleinigkeiten muss sich Robbie Williams längst keine Gedanken mehr machen. Er hat Johan Renck, den Regisseur seines Musikvideos zu „She’s Madonna“, „behind-the-scenes“-Interviews gegeben, in denen er auf unnachahmliche Weise seine Sicht auf die Welt weitergibt: „I don’t communicate with the crowd, I just channel the Lord and the Lord speaks through me.“

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