Curious About Existence

Root Event

werkleitz Biennale 2006 Happy Believers
Filmprogramm
Curious About Existence
9. 9. 2006

Brüder und Schwestern, diejenigen, die ich ansprechen werde, sind hier versammelt, damit ihr zum Kreis der Eingeweihten gehört, der natürlich gewachsen ist, indem ihr bis zum Ende meiner Klage zuhört. Diejenigen, die die intuitive Toleranz erreicht haben, die letztendliche Unverständlichkeit aller Dinge. Oh Mama Rahm Shikah, ich habe dir einen Tempel gebaut. Ich habe ihn in der Gosse gebaut, der Bauplan war einfach. Ich habe deine Räume meinen Organen und Geweben nachempfunden. Denn mein Körper ist deine Wohnung, wie ich dein Nachkomme bin. Es fasziniert mich, dass die Leute, die glauben, dies wäre ein Ort der Pein, scheinbar auch glauben, dies könnte auch ein Ort der Erhabenheit und der Freude sein. In der anderen Geschichte ist dieser Ort ein Ort des Feuers. In einer Variante der Geschichte gibt es ein Tor und eine Mauer. In dieser Variante der Geschichte ist die Mauer niedrig genug, dass man drüberklettern kann, und einige tun das. Was innerhalb der Mauer ist, ist größer als das, was draußen ist. Die Zeit im Schlaf – Träume – allgemein – dass es für jeden Menschen einen Tod gibt – Die physikalische Kraft – die das menschliche Fliegen – unmöglich macht. In der Nacht werden wir am Himmel spielen wie Fledermäuse. Am Tag werden wir in der Kanalisation baden wie Ratten. Und ich werde Freude kennen, und ich werde mich frei fühlen, denn du hast mich Unordnung und Entropie gelehrt. Ich rate dir, diesen Sturm und dieses Schiff als ein und dieselbe Einheit zu betrachten. Durch das stille Bedenken dieser Frage könntest du feststellen, dass die See weniger wütend wird, dass sie vielleicht sogar ruhig wird, zu der kühlen, hellen Ruhe, die du suchst. Nutze Leere, um Leere zu beobachten, und siehe, es gibt keine Leere. Wenn es selbst Leere nicht mehr gibt, dann gibt es auch kein Nicht-Sein mehr. Ohne die Existenz des Nicht-Seins gibt es nur noch Klarheit, profund und ewig. In der Tat, meine Herren, das Leben, wenn es verstanden und genutzt wird als das, was es ist, schmeckt süß.

Diese Zitate, unterschieden durch Schriftvarianten, stammen alle aus den Werken, die in Curious About Existence gezeigt werden; sie können als grundsätzliche Ausgangspunkte betrachtet werden. Sie werden ergänzt mit weiteren Arbeiten, die auf unsere tiefsten visuellen Wünsche eingehen – die Palette reicht von einem choreografierten Primatentanz über kulinarische Spleens bis hin zur visionären reflektiven Performance: Curious About Existence bietet und evoziert (Raum für) tiefgehende Reflektion. Spielen Sie mit und vergleichen Sie Ihre Gedanken mit den Wahrheiten im Angebot.

(Jan Schuijren: Einführung Curious About Existence. In: Katalog zur 7. Werkleitz Biennale Happy Believers, Deutschland, 2006, S. 111f.)

Explore