(as if) beauty never ends

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5. Werkleitz Biennale 2002 Zugewinngemeinschaft

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(as if) beauty never ends
2002
(as if) beauty never ends © Jayce Salloum
(as if) beauty never ends © Jayce Salloum
(as if) beauty never ends © Jayce Salloum
(as if) beauty never ends © Jayce Salloum
(as if) beauty never ends © Jayce Salloum
(as if) beauty never ends © Jayce Salloum

meine gedanken fliegen durch die luft.
(wie die flügel eines adlers, der weit oben kreist.)
ich bin schneller als eine pistolenkugel, stärker als eine lokomotive.
ich kann hohe gebäude in einem satz überspringen.
ich sterbe.
ich gebe meine seele zurück.
du herrschst über mich und damit werde ich nichts zu tun haben.
du bist weder mein herr noch mein sklave.
visionen stehlen.
blut mischen.
nation zerstören.
hoffnung entspringt für ewig.
keine grenzen sind frei,
noch gefährlicher sind diejenigen in unseren köpfen.
sie trennen uns.
zusammengenähte inseln.
untergehender gedanke.
sanktionierte träume.
es ist eine weitere krank machende zeit, in der wir leben. als hörte sie nie auf. —-

Was treibt einen dazu, rausrennen zu wollen, ein Gewehr, eine Bombe, einen Panzer oder ein Flugzeug zu schnappen und die Welt in die Luft zu jagen? Es ist nicht die mangelnde Erinnerung oder eine fehlgeleitete Vorstellung von Geschichte, es ist, weil der Körper die Erfahrungen, die er gemacht hat, nicht vergisst; er spürt deine Verletzungen, die deiner Familie und Freunde. Die faschistischen Führer, die Räuberbarone und ihre großen und kleinen Komplizen stehlen unser Leben. Sie zerstören unsere Lebensgrundlagen, demolieren unsere Häuser, dezimieren uns und machen uns lächerlich, wann immer sie können. Ihre Lügen sind trügerisch und sie sind wahllos bei dem, was sie anrichten. Niemand schert sich um die Fakten, um das, was wirklich passierte, wer wen ins Exil trieb, wer was an sich riss und was darüber gesagt wird. Die Mächtigen handeln nur aus eigenem Interesse, das ist nicht verwunderlich. Warum folgen ihnen aber diejenigen, die sie unterdrücken? Noch immer benötigt Schönheit einen Ort. Das faulende Fleisch der Leichen erinnert uns an die Massaker und daran, weshalb wir die Kadaver und das Leben, das sie führten, vergessen, weshalb wir deren Verlust genießen und die revisionistische Geschichte, die uns aufgedrängt wird, verschlingen. Wie die Schafe. Reinbeißen und runterschlucken. Die Dystopie herrscht uneingeschränkt und wirft ihr begehrliches Auge auf die Fäden der Hoffnung, die wir noch intakt halten. Der widerlichen, verabscheuungswürdigen Rhetorik der Friedenspläne und nicht erfüllten Resolutionen wird Nachdruck verliehen, wenn der Wille sich heimlich mit privaten Interessen verbündet. Die sichtbaren Wunden, ins All versuchen wir zu entkommen … es ist eine weitere krank machende Zeit, in der wir leben und sterben … als hörte sie nie auf.

Autor des Textes

Jayce Salloum

Eine von vier Videoarbeiten zu „Lunch in the ashes“. Container Installation, ausgestellt in Tornitz und Werkleitz, video, ca. 15 min.

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